Startseite Hochzeitsplanung Handwerkliches Geschick sorgt für eigenes Hochzeitsfeuerwerk

Handwerkliches Geschick sorgt für eigenes Hochzeitsfeuerwerk

In diesem Artikel wird noch einmal genauer auf ein eigens geplantes und gebautes Feuerwerk der Klasse II zur Hochzeit eingegangen. Es handelt sich dabei um ein Feuerwerk, dessen Plan von Ihnen selbst erstellt und realisiert wird. Gekauft werden die Feuerwerkskörper, die dem klassischen Silvesterfeuerwerk entsprechen, das an den letzten drei Werkstagen jeden Jahres zum Kauf freigegeben ist, im Internet oder in Fachgeschäften. Anschließend werden diese mithilfe von Zündschnüren und Materialien aus dem Baumarkt zu einem Kunstwerk verbunden.

Rechtliche Bestimmungen

Bevor Sie sich mit der Pyrotechnik selbst beschäftigen, müssen Sie sich um eine Ausnahmegenehmigung für das Feuerwerk kümmern. Vorausgesetzt ist ausreichend Raum als Abbrennplatz und Sicherheitsabstand und selbstverständlich auch eine Erlaubnis des Grundstückinhabers, falls das Feuerwerk nicht in Ihrem Hof oder Garten gezündet werden sollte.

Feuerwerk für die HochzeitsfeierUm nun die Ausnahmegenehmigung zu erhalten, müssen Sie bei der dafür zuständigen Behörde (meist Ordnungsamt) in der Gemeinde anfragen, in der Sie das Feuerwerk zünden wollen. Das kostet im Normalfall zwischen 20 und 100 Euro.

Die Gemeinde kann die Genehmigung allerdings auch ohne Begründung verweigern. Sollte dies geschehen sein, gibt es für Sie mehrere Möglichkeiten. So kann man auf diese Form des Feuerwerks verzichten und sich stattdessen an einen Pyrotechniker wenden oder ein Kategorie-I-Feuerwerk zünden, das neben dem Immissionsschutzgesetz keinen Auflagen unterliegt.

Möchte man jedoch unbedingt ein Kategorie-II-Feuerwerk selbst abbrennen, kann man versuchen, die Hochzeitsfeier in eine Nachbargemeinde zu verlegen, die das Feuerwerk eventuell zulässt. Eine weitere Option wäre eine Hochzeit an Silvester, da an diesem Tag ein solches Feuerwerk ohne Genehmigung geschossen werden darf. Die Gemeinde kann hier lediglich zeitliche Einschränkungen erlassen wie beispielsweise die Beschränkung des Abbrands von Höhenfeuerwerk nur von 22 bis 2 Uhr.

Diese Regelungen gelten dann für alle Personen in dieser Gemeinde und müssen veröffentlicht werden, was meist in der regionalen Zeitung geschieht. Da dies jedoch erst kurz vor Silvester passiert, ist es ratsam, sich vorher zu informieren. Wie man an diesen Beispielen nun erkennen kann, sollte die Planung eines Feuerwerks schon in der allerersten Phase der Hochzeitsvorbereitung stattfinden.

Planung ist alles

Sind alle rechtlichen Hürden gemeistert, geht es an das Konzept des Feuerwerks und den Abbrennplan. Die wichtigsten Fragen sind hierbei: Was wollen wir? Was darf es kosten? So bietet das Feuerwerk der Klasse II neben Feuerwerksbatterien und Raketen auch Vulkane, Fontänen, Vögel, Römische Lichter, Böller, Frösche und sehr viel mehr. Für ein strukturiertes Feuerwerk sind jedoch hauptsächlich Batterien, Bombenrohre und Vulkane empfehlenswert. Der Einsatz von Raketen im kleinen Maße (bis zu zehn Stück) ist ebenfalls möglich. Der restliche Kleinkram ist eher ungeeignet, da er ab einem gewissen Abstand einfach zu schlecht zu erkennen ist.

Eine kleine Batterie kann zwischen einem und sechs Euro und große zwischen 15 und 40 Euro kosten. Natürlich gibt es außerdem noch maßlos überteuerte Batterien, für die sogar dreistellige Beträge verlangt werden. Ein großer Vulkan kostet etwa zehn Euro. Für ein Bombenrohr zahlt man in der Regel etwa fünf Euro. Eine Rakete kostet gut zwei Euro, wobei billigere Arten mit unspektakuläreren Effekten zum Teil nur einen Euro kosten.

Wahl der Artikel

Hat man nun ein ungefähres Konzept, welche Arten von Feuerwerkskörpern in welchem Maße geschossen werden sollen und wie viel es kosten darf, kann man sich um die Wahl der exakten Artikel kümmern. Dazu sucht man sich zuerst einen Onlineshop, bei dem man bestellen möchte. Die beiden bekanntesten dürften wohl Röder Feuerwerk und die Feuerwerksvitrine sein. Beide Shops bieten zu den meisten ihrer Artikel Videos an, mit deren Hilfe Sie sich nun eine Liste mit Feuerwerkskörpern, die Ihnen gefallen, machen können.

An Firmen für Batterien sind besonders PyroArt (Batterien: Kari, Agir, Tyr, Skadi, Skalli, Sindri, Beli), Jorge (Batterien: New Generation 4 – 7, The Hunter, Orinoko, Wenus, Supershow 6, Orient), Nico (Batterien: Out of Limits, Kronos, Golden Eye, Satellite Flash, Golden Rain, Sunburst) und Weco (Batterien: Coroner, Tanz der Vampire, Mr. Universe, Big Helios, Orient Express) zu empfehlen. Bei den Raketen ist insbesondere die Firma Zink für ihre Qualität und die wunderschönen Effekte bekannt. Das Gleiche gilt auch in Sachen Vulkane, wo allerdings auch die Kegel von Jorge zu empfehlen sind. Als beste Bombenrohre gelten Blue Star und Golden Star von der Firma Diamond.

Abbrennplan erstellen

Daraus entsteht im nächsten Schritt der so genannte Abbrennplan, nach dem später auch das Feuerwerk abgebrannt wird. Dieser enthält einzelne so genannte Bilder, welche aus den Effekten einer oder mehrerer Feuerwerkskörper bestehen. Ein Bild aus mehreren Batterien wird im Normalfall gefächert. Dies bedeutet, dass die Batterien, die auf Brettern montiert werden, mithilfe von Keilen oder Holzstücken schräg gestellt werden, um einen breiteren Effekt zu garantieren.

Es gibt in etwa folgenden klassischen Aufbau:

Zuerst wird Bodenfeuerwerk – also Vulkane oder Fontänen – für den ruhigen Beginn und als Wachmacher verwendet.

Nun geht es langsam ins Höhenfeuerwerk über. Dieser Übergang kann durch zerlegerlose Batterien – also mit Effekten wie Pfeifern, Lanzen, Kometen – oder Römischen Lichtern geschehen (Beispiele für Batterien: Jorge Orient, Panda Bones, Weco Golden Stars). Anschließend kommen Bilder aus ein bis drei kleineren Batterien mit ruhigen Effekten zum Einsatz. Zu nennen wären hier Effekte wie Goldpalmen, Blinkpalmen, Wasserfällen, Silberfische und Falling Leaves (Beispiele: Weco Mr. Universe, PyroArt Agir, PyroArt Skadi, Nico Flying Fish, Nico Sydney).

Nun werden die Effekte lauter und die Kaliber größer. Passende Effekte sind hier beispielsweise Dahlien, Goldweiden, Chrysanthemen, Blinksterne, Crossettes und Päonien (Beispiele: Weco Razorlight, PyroArt Kari, Weco Orient Express, Euregio Blue Saphire, Weco Tanz der Vampire).

Im Finalbild werden nun etwa fünf ausschließlich großkalibrige Batterien mit mächtigen, vorzugsweise lauten Effekten wie Cracklingwolken, Cracklingpalmen oder Popping Flowers verwendet (Beispiele: PyroArt Tyr, Jorge The Hunter, Weco Coroner).

Um das Feuerwerk abzuschließen wird häufig noch ein Schlussschlag aus Bombenrohren und Feuertöpfen geschossen. Neben den Bombenrohren von Diamond sind an Feuertöpfen Fafnir und Disen von PyroArt zu empfehlen.

Allgemein ist beim Abbrennplan darauf zu achten, dass es symmetrisch zur Mitte sein sollte. Sollten Sie sich unsicher beim Einsatz mancher Batterien oder bei Ihrer Choreographie sein, können Sie auf eines der zahlreichen Internetforen zum Thema Feuerwerk zurückgreifen.

Bestellung

Steht der Abbrennplan, können die Artikel im Shop bestellt werden. Zu Feuerwerkskörpern kommt nun noch ausreichend Anzündlitze oder Matchtape hinzu. Von Letzterem ist jedoch wegen der hohen Abbrenngeschwindigkeit bei Amateuren eher abzuraten. Außerdem kann man in den meisten Shops noch Zündlichter kaufen. Diese sind gerade deswegen hilfreich, weil die Litze über eine deutlich stärkere Entzündung als die klassische grüne Zündschnur (Visco) verfügt.

In der Regel wird beim Kaufvorgang zu guter Letzt noch ein Scan des Personalausweises und der Ausnahmegenehmigung verlangt. Das Feuerwerk kommt im Normalfall ein paar Tage nach der Überweisung per Spedition.

Ab in den Baumarkt!

In der Zeit zwischen Bestellung und Lieferung können Sie im Baumarkt alle notwendigen Hilfsmittel zum Aufbau kaufen: Feuerwerk Fächer

  • Sturmfeuerzeug: Zum Anstecken der Zündlichter ist ein passendes Feuerzeug nötig. Um nicht vom Wetter abhängig zu sein, ist ein Sturmfeuerzeug ein absolutes Muss.
  • Bretter: Auf ihnen werden die Bretter montiert beziehungsweise geklebt. Sie sollten deswegen passende Maße haben.
  • Heißkleber oder PU-Schaum: Um die Batterien und Vulkane auf den Brettern zu befestigen wird eines dieser beiden Materialen verwendet.
  • Draht oder Kabelbinder: Die einzelnen Zündschnüre der Feuerwerkskörper werden damit an die Anzündlitze gebunden. Sollte man sich für Draht entscheiden, muss dieser verknotbar, darf aber dennoch nicht zu dünn sein. Zum Festziehen sollte man außerdem über eine Zange verfügen.
  • Seitenschneider: Mit ihm wird die Anzündlitze abgezwickt.
  • Keile: Mit ihnen werden die Bretter und somit auch die Batterien schräg gestellt und somit ihr Effekt gefächert.
  • Gewebeband: Es dient als Absicherung und verhindert gegebenenfalls ein Abrutschen der Batterien, falls sich der Kleber lösen sollte.

Schlussspurt

Wenn alle nötigen Artikel und die Feuerwerkskörper zu Hause sind, geht es an den Aufbau. Zuerst müssen die Bretter gegebenenfalls noch einmal auf die richtigen Maße zugesägt werden. Am Ende soll jedes Bild ein Brett als Fundament und jede Batterie, die gefächert wird, ein zusätzliches Einzelbrett haben. Als Nächstes wird auf den Fundament-Brettern eingezeichnet, wo sich welche Batterie befinden soll.

Zuerst werden nun die Keile und dann die Einzelbretter darauf geklebt. Sitzen diese beiden Elemente, können auch die Batterien oder Vulkane hinzugefügt werden. Diese werden nun noch einmal gesichert, indem das Gewebeband einmal von der Vorderseite der Batterie um die Unterseite des Fundament-Bretts an die Rückseite der Batterie geklebt wird, wobei man natürlich darauf achten sollte, dass man nicht aus Versehen die Zündschnur abklebt.

Nun sollte alles bombensicher halten und die Batterien können verleitet werden. Dazu wird ein Stück der Litze mit der Länge von der ersten bis zur letzten Zündschnur der Batterien des jeweiligen Bilds abgetrennt. Mithilfe der Kabelbinder beziehungsweise des Drahtes wird diese dann an den grünen Einzelzündschnüren der Batterien angebracht. Pro grüner Zündschnur sollte dies doppelt geschehen, damit die Batterie auf jeden Fall zündet.

Man kann zwar nun noch jedes Bild über die Ersatzzündschnur einer der Batterien auf das nächste Bild weiterleiten, sodass die Bilder immer automatisch gezündet werden. Das ist allerdings mit Vorsicht zu genießen, da es einerseits nicht sicher ist, dass die Ersatzzündschnur durchbrennt, und da das Feuerwerk nun eben nicht mehr automatisch nach jedem Bild stoppt, sondern von Anfang bis Ende jedes Bild zündet.

Showdown

Am Hochzeitsabend selbst müssen Sie nun nur noch auf schönes Wetter hoffen, die Bretter zum Abbrennplatz schaffen und einen sinnvollen Aufbau umsetzen. Zu empfehlen ist es hier, einfach die Bretter der Reihenfolge im Abbrennplan nach hintereinander zu stellen.

Dies kann man auf privatem Grund natürlich auch schon nachmittags oder am frühen Abend tun, wobei man dann aber alles noch mit einer Plane abdecken sollte, damit eventuell eintretender Niederschlag die Feuerwerkskörper nicht in ihrer Funktionstüchtigkeit beeinträchtigt. Wenn nun auch noch die Gäste bereit sind, kann das Feuerwerk ganz einfach und bequem Bild für Bild gezündet werden.

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