Standesamtliche Trauung – Durchblick im Behördendschungel

Dokumente für die standesamtliche TrauungDie standesamtliche Trauung war lange Zeit notwendig, damit man sich auch vor Gott das ja-Wort geben kann: diese Regelung wurde zwar zum Jahr 2009 gelockert, doch die meisten Pfarrer verlangen trotzdem eine Heiratsurkunde bzw. Bescheinigung über die Aufgebotsbestellung des Standesamts, bevor sie in eine kirchliche Trauung einwilligen. Grundsätzlich ist die Anmeldung zur Eheschließung, früher Bestellung des Aufgebots genannt, für sechs Monate gültig, sie muss prinzipiell am Hauptwohnsitz oder dem Zweitwohnsitz erfolgen, das Ja-Wort kann man sich im Anschluss jedoch in einem Standesamt seiner Wahl geben.

Anmeldung der Eheschließung

Bevor es zur Trauung kommen kann, muss die Eheschließung erst mal angemeldet werden, ein öffentlicher Aushang erfolgt jedoch in der Regel nicht mehr. Die Hochzeit kann schriftlich oder persönlich bzw. durch einen gesetzlichen Vertreter angemeldet werden, die persönliche Anmeldung ist jedoch in jedem Falle vorzuziehen. Die persönlichen Verhältnisse der Verlobten bestimmen, welche Unterlagen vorgelegt werden müssen:

Staatsangehörigkeit deutsch, ledig

  • Reisepass / Personalausweis
  • Abschrift des Geburtseintrags, beglaubigt
  • Aufenthaltsbescheinigung (Meldebehörde)

Ist einer der Partner nicht in Deutschland, sondern im Ausland geboren, wird die originale Geburtsurkunde (übersetzt) benötigt. Sofern die Geburt nachbeurkundet wurde, und zwar in Deutschland, bzw. nachträglich in ein Familienbuch eingetragen wurde, sind diese Dokumente ausreichend.

Sie waren schon einmal verheiratet?

Dann benötigen Sie besondere Unterlagen, neben:

  • Reisepass oder Personalausweis
  • Geburtsurkunde
  • Aufenthaltsbescheinigung

Außerdem:

  • Familienbuchabschrift (beglaubigt) mit Auflösungsvermerk bezüglich der zuletzt geführten Ehe, sofern diese Ehe nach dem Jahr 1958 geschlossen wurde, oder eine neu ausgestellte Heiratsurkunde inklusive Auflösungsvermerk, sollte die letzte Ehe vor dem Jahr 1958 eingegangen bzw. in der ehemaligen DDR geschlossen worden sein.
  • nicht nur die Auflösung der vorherigen Ehe muss belegt werden können, das Gleiche gilt für sonstige Ehen davor, nützlich sind beispielsweise Dokumente wie Scheidungsurteile, Sterbeurkunden, Familienbuchabschriften, Heiratsurkunden etc.
  • nicht jede im Ausland vollzogene Scheidung wird in Deutschland problemlos anerkannt: ausländische Scheidungsurteile werden deswegen entsprechend umfangreicher bzw. genauer geprüft

Sie heiraten einen ausländischen Staatsbürger?

Es gibt Staaten, die die benötigten Ehefähigkeitszeugnisse ausstellen, erhältlich sind diese dann beim jeweiligen Standesamt des letzten ausländischen Wohnsitzes. Wenden Sie sich bei Kommunikationsproblemen am besten an die entsprechenden Konsulate in Deutschland. Sofern das Land kein Ehefähigkeitszeugnis ausstellt, muss ein bestimmter Antrag gestellt werden, und zwar auf Befreiung von der Beibringung des ausländischen Ehefähigkeitszeugnisses beim entsprechenden Standesamt, es findet anschließend eine Weiterleitung an das zuständige Oberlandesgericht statt.

Was kostet die standesamtliche Trauung

Seit dem Jahr 2009 unterscheiden sich die Gebühren bzw. Kosten für die standesamtliche Trauung je nach Bundesland, bis dahin waren sie einheitlich festgesetzt. Zumeist sind jedoch die folgenden Gebühren zu entrichten:

  • beide Personen sind Deutsche – 40 Euro
  • eine Person ist ausländischer Staatsangehöriger – 50 bis 120 Euro
  • Ausstellung von Urkunden: etwa 10 Euro

Hin und wieder bestehen Standesämter auf Barzahlung, genauso denkbar ist jedoch die Zahlung per EC Karte oder gegen Rechnung – dies sollten Sie im Vorfeld bei Ihrem Standesamt in Erfahrung bringen.